Welcher Idee soll ich folgen? Welche der vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, Methoden und Sichtweisen ist die richtige? Welche Lösung hilft mir denn nun wirklich?
Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht. Je weniger wir auf unsere eigenen Fähigkeiten vertrauen, desto anfälliger sind wir für die Lösungen anderer und desto größer wird unsere Qual der Wahl. Wir schauen zu viel auf andere und zu wenig auf uns selbst.
Falls es dir auch gerade so geht, kann dieser Monatsimpuls dir helfen, dich im Chaos der Möglichkeiten besser abzugrenzen und Ordnung in die Gedanken zu bringen.
Dieser Blogartikel wurde im Februar 2023 zum ersten Mal veröffentlicht und im Juni 2025 aktualisiert.
Ich nutze Tarot als psychologisches Hilfsmittel, um ein monatliches Abgrenzungsthema mit passenden Reflexionsfragen auszuwählen. Wie du mit dem Monatsimpuls arbeiten und dir auch ein eigenes Bild der Karten machen kannst, habe ich dir in diesem Blogartikel beschrieben.
Inhalt
Die Karten als Grundlage für diesen Impuls
Im Chaos der Möglichkeiten
Einlassen auf das, was da ist
Das eigene Feuer entfachen
Zusammenfassung
Die Karten als Grundlage für diesen Impuls
Hier nun erst mal ein Foto unserer Legung, falls du dir ein eigenes Bild machen oder einfach nachvollziehen möchtest, wie ich auf die aktuellen Impulse komme.
Rad des Schicksals, 10 der Kelche, König der Stäbe
Im Chaos der Möglichkeiten
Das „Rad des Schicksals“ (Karte 1) lässt mich sofort an das Rad des Wandels denken. Ein Thema, das wir vor allem im Jahrescoaching immer wieder beobachten und besprechen.
Heute erinnert mich das Rad außerdem an die Sonnenscheibe. Die Sonne gilt als Teilerin der Zeit. Damit verknüpfe ich gerade, dass nicht immer alles gleich ist. Je nachdem, „wie die Sonne steht“, sehen die Dinge anders aus, brauchen wir etwas anderes.
Bleiben wir mal beim Aussehen der Dinge: Wie wir sie sehen, entscheidet darüber, wie wir uns fühlen. Wie wir uns fühlen, entscheidet darüber, wie hoch unser (unbewusstes) Stresslevel ist. Die Höhe unseres Stresslevels beeinflusst, wie wir denken und uns verhalten. Denn je höher der Stress, desto kurzfristiger sind z. B. unsere Lösungen ausgelegt – und desto größer ist dann die Gefahr, dass wir uns im Kreis drehen. Dass wir nicht das tun oder nutzen, was an dieser Stelle passend für uns wäre.
Mehr zum Stresslevel kannst du hier nachlesen: Wie du deinen Stress messen kannst und warum du das tun solltest
Und falls du das Gefühl hast, dich im Kreis zu drehen, schau gern auch mal hier: Warum mache ich immer wieder dieselben Fehler, obwohl ich an mir arbeite?
Also: Die Art und Weise, wie wir die Welt sehen, beeinflusst, wie wir uns als Teil dieser Welt fühlen. Wie wir Probleme angehen. Wie wir mit uns und unseren Mitmenschen in Kontakt treten. Wie wir unser Leben gestalten.
Die Sphinx, die oben auf dem Rad sitzt, scheint wie eine Wächterin der Wahrnehmung zu sein. Sie hält das Schwert – das Symbol des Geistes, der Gedanken – oben und entscheidet darüber, welche Informationen es bis in unser Bewusstsein schaffen. Und welche ausgefiltert werden, weil sie nicht zu unserem aktuellen Weltbild und Bewertungsmuster passen.
Und trotzdem lässt sie verschiedene Möglichkeiten durchblitzen. Denn die 4 Bücher, die in jeder Ecke dieser Karte abgebildet sind, könnten ein Symbol sein für die vielen verschiedenen Ansichten und Möglichkeiten, die sich uns bieten: Welche Lösung ist die richtige? Welche Methode, welche Weltanschauung, welches Menschenbild? Was soll ich glauben, bei all dem, was mir als Lösung um die Ohren fliegt?
Und das führt mich heute zu folgenden Fragen:
Wo fühlst du dich gerade hin- und hergerissen?
Für welches Problem suchst du nach einer Lösung? In welchem Lebensbereich, bezüglich welcher Frage, wünschst du dir mehr Klarheit?
In welchen Momenten fühlst du dich von den angebotenen Möglichkeiten erschlagen?
Wo fühlst du dich noch nicht bereit für Neues?
Einlassen auf das, was da ist
Die „10 der Kelche“ (Karte 2) steht unter anderem für Glück, Zufriedenheit und Ankommen. Sie ergänzt unser Rad von Karte 1 ganz wunderbar. Denn das „Rad des Schicksals“ symbolisiert Wendepunkte im Leben und rät dazu, mit dem Fluss der Zeit zu gehen. Je mehr wir uns gegen Veränderung (und neue Sichtweisen) sperren, desto weniger wahrscheinlich wird, dass wir da ankommen, wo wie hinwollen.
Wenn man aber nun gerade völlig überfordert von der Flut möglicher Sichtweisen und Lösungen ist, würde man wohl am liebsten einfach komplett dicht machen. Nichts mehr reinlassen.
Manchmal ist Abschotten tatsächlich eine gute Möglichkeit, um sich selbst wieder besser hören zu können. Um den eigenen Schatz an Erfahrungen, Wissen und Erkenntnissen zu sortieren. Ein innerer Schatz, der sich vor einem auftut wie die Kelche auf dem Regenbogen unserer Karte.
Und manchmal ist dieser Moment des Abschottens nur ganz kurz. Gerade lang genug, um zu erkennen, mit welchem der „4 Bücher“ man sich aktuell befassen möchte. Jedes ist auf seine Art hilfreich, wenn man es zulässt. Aber zu einem von ihnen hat man vielleicht gerade besonders guten Zugang. Und die anderen kann man auch später noch lesen.
Spüre mal ohne Stress und Druck – dafür mit „offenen Armen“ – in dich hinein:
Hast du das Gefühl, du brauchst gerade Ruhe und solltest dich vorübergehend abschotten? Falls ja: Welche Gedanken, Empfindungen, Erfahrungen oder vielleicht auch Ansichten anderer hindern dich daran?
Zu welcher „Lehre“ (Lösungsmethode, Weltanschauung, Sichtweise …) fühlst du dich gerade besonders hingezogen? Worüber möchtest du aktuell mehr wissen? Was möchtest du lernen?
Wie leicht oder schwer fällt es dir, deinen (wechselnden) Interessen zu folgen?
Falls du gerade eine Veränderung oder eine neue Sichtweise unterdrücken möchtest: Ist es wirklich gut so, wie es ist? Oder ist es nur das, was du gewohnt bist? Was befürchtest du?
Der Regenbogen am strahlend blauen Himmel zeigt ein vorausgegangenes Unwetter an. Nach Unklarheit und (Gefühls-) Stürmen folgt freie Sicht und Heiterkeit.
Die Zahl 10 kennzeichnet einen Neustart: Mit dem Ankommen beginnt ein neuer Aufbruch. Das Rad des Lebens dreht sich weiter. Es ist normal, dass diese klaren und von Glücksgefühlen durchströmten Momente kein Dauerzustand sein können. Aber sie kommen immer wieder – wenn wir sie lassen.
Das eigene Feuer entfachen
Der „König der Stäbe“ (Karte 3) hat sich entschieden. Er ist auf dem Sprung. Fast ein bisschen ungeduldig wartet er nur noch auf den passenden Impuls. Es wirkt auch so, als schaut er zurück auf die ersten beiden Karten. Er hält einen Stab, der als Stütze dienen kann. Die Feuersalamander hinter dem König bilden Kreise, die mich an den Kreislauf von Karte 1 und den Neustart nach dem Ankommen von Karte 2 erinnern. Alles geht immer weiter und der König geht voller Vertrauen und Tatendrang mit.
Folgende Fragen können dir helfen, einen für dich passenden Impuls leichter zu erkennen:
Durch welche Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen macht sich ein passender Impuls typischerweise bemerkbar?
Was aktiviert dein inneres Feuer? Wofür brennst du momentan? Wofür brennst du allgemein?
Wo orientierst du dich sehr am Feuer (an der Leidenschaft) anderer? Warum zündet dieses Feuer auch bei dir? Was ist das Anziehende an diesem Feuer anderer? Was davon möchtest du für dich mitnehmen und welcher Teil darf auch gern wieder erlöschen?
Zusammenfassung
Wenn wir vor der Qual der Wahl stehen, wenn wir nicht wissen, was wir glauben und woran wir uns orientieren sollen, ist es immer gut, mal einen Schritt zurückzutreten. Alle angebotenen Lösungen haben ihre Berechtigung. Aber nicht alle passen zu jeder Zeit und zu jeder Situation. Und nicht alle passen zu dir.
Hör ruhig mal weg, was andere sagen, was richtig wäre. Spüre, wo es dich hinzieht und nutze gleichzeitig deinen gesunden Menschenverstand. Es ist auch in Ordnung, wenn du dich heute für den einen Ansatz und morgen für den nächsten interessierst – solange es für dich in Ordnung ist.
Lass dich – wie ein neugieriges Kind – auf das ein, was jetzt gerade da ist. Und du wirst merken, an welcher Stelle du in welchem Moment richtig bist. Lass dich nicht drängen und hetze dich auch selbst nicht. Hilfreiche Informationen, Lösungen und interessante Möglichkeiten laufen dir nicht weg. Die gibt es „an jeder Ecke“ (s. Karte 1). Es gibt keinen Grund, alles gleichzeitig sehen und verstehen zu müssen. Und nicht alles, was du lernst, muss deiner Wahrheit entsprechen. Nimm nur das mit, was gerade für dich passt.
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Möchtest du deine individuelle Situation mit Hilfe der Tarotkarten durchleuchten, um sie besser zu verstehen, nächste Lösungsschritte zu finden und gleichzeitig deine Stresskompetenz und Entscheidungsfähigkeit zu stärken? Dann schau mal hier: Psychologisches Coaching mit Tarot
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Foto von R_Tee via Canva.com
Tarot von A.E. Waite, Mit freundlicher Genehmigung des Königsfurt-Urania-Verlags
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