Stress-Spirale verlassen mit Tarot: Ein Beispiel aus meinem persönlichen Alltag

Vor ein paar Tagen spielte mein Mann mit den Kindern ein Würfelspiel. Eines der Kinder hatte dabei etwas Pech und haushoch verloren.

Nun weißt du vielleicht, dass Kinder oft nicht die besten Verlierer sind. Es war auch schon ein bisschen später am Abend. Und wenn da nur ein Hauch von Müdigkeit durchkommt, ist alles, was eh schon nicht schön ist, gleich noch mal viel schlimmer. Was dazu führte, dass mein Kind sich in die Niederlage reinsteigerte – schon während des Spiels, als diese absehbar war. Und je mehr Frust und selbstgemachter Druck aufkam, desto weniger wollte gelingen.

Das Ende vom Lied war ein frustriertes, weinendes Kind, das alles einfach nur furchtbar ungerecht fand. Ich glaube, jeder mit Kindern kennt diese Situation. Plötzlich erinnern sie sich auch noch an viele andere Dinge, die „immer“ schiefgehen oder die sie „nie“ können… (Vielleicht kennst du das aber auch von dir selbst. Denn solche Negativ-Spiralen sind typisch in Stressmomenten.)

Nachdem es sich etwas beruhigt hatte, fragte es mich plötzlich: „Kann ich eine Karte ziehen?“

Ich habe einen kurzen Moment gebraucht, um zu verstehen, was gemeint ist. Meine Tarotkarten liegen offen auf meinem Schreibtisch. Zusammen mit anderen Arbeitsmitteln. Und die Kinder schauen sie sich manchmal an. Sie wissen grob, wie ich damit arbeite. Ich selbst wäre in dem Moment nicht auf die Idee gekommen. Aber warum nicht?

Und aus 78 Karten zog mein Kind nun ausgerechnet diese:

6 der Stäbe

6 der Stäbe

Kurz dachte ich: „Oh je… Kämpft mit der Niederlage und zieht jetzt ausgerechnet die Karte mit dem Siegeskranz.“

Aber ich habe dazu nichts weiter gesagt und erst mal nur gefragt, was es auf der Karte sieht. Mein Kind wurde ganz ruhig, schaute sich die Karte an und wir fassten zusammen: „Sieht aus, als hätte der Mann irgendwas gewonnen.“

Und ich fragte intuitiv: „Hast du heute auch was gewonnen?“

In dem Moment, in dem ich gemerkt hab, was ich gefragt habe, fand ich das irgendwie unpassend. Schwer zu beantworten für ein Kind. Denn ich hatte als Antwort gerade eher etwas im übertragenen Sinne im Hinterkopf (z.B. einen Erkenntnisgewinn).

Aus meinem Kind platze aber heraus: „Ja, das Kartenspiel mit Papa.“ (von dem ich nichts wusste)

Und damit war diese Negativ-Spirale durchbrochen. Als hätte sich ein Hebel umgelegt, änderte sich die Stimmung meines Kindes sofort und die Niederlage war nur noch ein Aspekt des Tages – neben einigen anderen, die ganz bewusst in Erinnerung gebracht wurden.

Das einfach mal als kleines Beispiel, wie die Tarotkarten eingesetzt werden können. Wie sie helfen können, den Blickwinkel zu ändern. Manchmal braucht es nicht mehr als das. Und ohne die Karten hätte es wahrscheinlich länger gedauert, bis die Niederlage verdaut gewesen wäre.

Außerdem zeigt sich hier gut das Spiel zwischen Intuition und Verstand: Ich habe meine Frage intuitiv gestellt und sie danach (mit dem Verstand!) sofort als unpassend und zu schwer bewertet. Dabei war es scheinbar genau die Frage, die es gerade gebraucht hat. Und auch die gezogene Karte, habe ich im ersten Moment als unpassend bewertet. Wahrscheinlich aus „Angst“ vor der emotionalen Reaktion meines Kindes, die ich eigentlich erwartet hatte.

Unsere eigene Sicht auf die Dinge sagt erst mal nur etwas über uns selbst aus. Über unsere Erfahrungen und Erwartungen. Diese Ansichten und Bewertungen dürfen wir ruhig mal ab und an zur Seite legen und neugierig beobachten, was dann passiert.

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Falls du dir vorstellen kannst, Tarot als Klärungs- und Orientierungshilfe zu nutzen, findest du hier alle Infos zum E-Mail-Coaching.

Bild: 6 der Stäbe von Pamela Coleman Smith, veröffentlicht von Wikimedia Commonsgemeinfrei nach UrhG §64

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Anett Enderlein - Psychologisches Coaching

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