Der perfekte Coaching-Prozess

Ich wurde im Februar für eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Coaching gegen Einsamkeit“ interviewt. Unter anderem wurde ich gefragt, wie ein perfekter Coaching-Prozess zur Einsamkeitsreduzierung aussehen könnte.

Und weil ich glaube, dass dich das auch interessiert, habe ich dir mal aufgeschrieben, was einen perfekten Coaching-Prozess ausmacht und wie wir prinzipiell in einem Einzelcoaching vorgehen würden. Egal, mit welchem Anliegen du dich meldest. Einsamkeit ist nur eine von vielen möglichen Folgen, die du wahrnehmen kannst, wenn du dich nicht ausreichend und empathisch abgrenzt.

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Was empathisches Abgrenzen ist, kannst du hier nachlesen.

Inhalt

Es gibt nicht den einen perfekten Coaching-Prozess

E-Mail, Chat oder Video – womit fühlst du dich am wohlsten?

Wir starten mit einem Erstcoaching

Der Coaching-Prozess

Persönlich, wertschätzend und auf Augenhöhe

Ein perfekter Coaching-Prozess darf unperfekt sein

Coaching-Dauer

Alternativen zu diesem Coaching-Prozess

Fazit: Jeder Coaching-Prozess kann perfekt sein

Es gibt nicht den einen perfekten Coaching-Prozess

So viel schon mal vorweg: Es gibt nicht den einen perfekten Weg. Denn: „Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“ (Arthur Schopenhauer) 

Es gibt allerdings perfekte Coaching-Prozesse.

Ich kann dir nicht sagen, wie ein fertiger und perfekter Lösungsweg für dich und dein individuelles Anliegen aussieht. Ich kann das nicht wissen, weil ich nicht in deiner Haut stecke – und nicht in deiner Welt lebe. Ich kann aber mit dir gemeinsam einen Weg entstehen lassen, indem wir einfach einen Schritt nach dem anderen gehen.

Dabei schauen wir immer auf die Dinge, die in deinem Einflussbereich liegen. Dinge, die du selbst tun kannst, um dein Problem zu lösen – unabhängig von dem, was deine Mitmenschen tun.

Ein Coaching ist also immer handlungsorientiert. Es geht darum, etwas zu tun (oder nicht mehr zu tun), um deine Situation zu verändern. Wir halten den Coaching-Prozess dabei so einfach wie möglich. Und wenn du merkst, dass du an gewissen Stellen auf Hindernisse stößt, arbeiten wir mit diesen „Stolpersteinen“ weiter.

E-Mail, Chat oder Video – womit fühlst du dich am wohlsten?

Alle meine Coachings finden momentan online statt – per E-Mail, Chat oder Video.

Auch, wenn du dich für ein Chat- oder Videocoaching entscheidest, bekommst du einen persönlichen E-Mail-Raum, wo du mir jederzeit schreiben kannst.

Die meisten meiner Klienten entscheiden sich für ein E-Mail-Coaching. Sie empfinden das Schreiben schon nach den ersten Mails als besonders entlastend und klärend. Für sie ist das eine perfekte Alternative zu den klassischen Gesprächen.

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Welche Vorteile E-Mail-Coaching sonst noch hat, kannst du hier nachlesen.

In einem E-Mail-Coaching wird zwar der Coachingprozess durch den asynchronen schriftlichen Austausch in die Länge gezogen. Das heißt aber nicht, dass damit auch die Veränderung länger braucht als bei einem Video- oder Chat-Coaching (oder bei einem Coaching vor Ort). Denn Veränderung braucht eh meist ihre Zeit. Durch den konstanten E-Mail-Kontakt, kann ich aber deinen Alltag besser begleiten.

Wir starten mit einem Erstcoaching

Wenn du dich für ein Coaching-Format entschieden hast, kannst du das Coaching unverbindlich anfragen.

Sofern du keine Fragen hast, die du kostenfrei vorab klären möchtest, buchst du zunächst ein unverbindliches Erstcoaching (90 Minuten per Chat oder Video bzw. 6 Wochen per E-Mail).

Im Erstcoaching lernen wir uns besser kennen und gehen kurz durch alle Phasen des späteren Coaching-Prozesses: Wir stecken den Rahmen ab und schauen uns dein Anliegen von vielen verschiedenen Seiten an.

Außerdem klären wir, wer welche Aufgaben im Coaching übernimmt, was ein Coaching generell leisten kann und was nicht.

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Ein paar wichtige Dinge, die du über Coaching wissen solltest, kannst du hier nachlesen.

Nach dieser ersten – schon klärenden – Sitzung kannst du dich für oder gegen den kompletten Coaching-Prozess entscheiden.

Der Coaching-Prozess

Hast du dich nach dem Erstcoaching dazu entschieden, weiterzumachen, starten wir mit dem eigentlichen Coaching:

Wir steigen tiefer in dein Anliegen ein und sortieren Probleme, Wünsche, Ziele, mögliche Mittel und Wege. Wir überprüfen dabei immer auch, ob dein angestrebtes Ziel überhaupt deinen Werten entspricht. Ob es das ist, was du wirklich möchtest. Oder ob du dich unbewusst an Zielen, Wegen und Werten anderer Menschen orientierst.

Außerdem schauen wir, ob du auch wirklich bereit bist, dein Ziel zu erreichen. Sollten Sorgen und Befürchtungen hier den Weg versperren, sind das genau die Punkte, mit denen wir weiterarbeiten.

Aus all dem leiten wir zusammen konkrete Handlungsschritte ab – nicht erst am Ende des Coachings, sondern auch schon zwischendurch. Diese Schritte sind so gewählt, dass du sie auch umsetzen kannst und willst.

Wie der Coaching-Prozess im Detail gestaltet wird, kann ich dir pauschal nicht sagen. Jeder Mensch bringt seine ganz eigenen Themen mit, nach denen sich das Coaching richtet.

Meistens unterhalten wir uns einfach bzw. schreiben miteinander. Rechne damit, dass ich dir viele Fragen stellen werde. Neben den „klassischen Gesprächen“ und Coaching-Übungen nutzen wir manchmal auch Achtsamkeits- und Imaginationsübungen oder Meditationen, um den Kopf zu entlasten, Stress zu reduzieren oder die Körperwahrnehmung zu trainieren. (Eine gute Körperwahrnehmung hilft dir, aufkommenden Stress schneller zu erkennen, sodass du früher einlenken kannst.)

Wir gehen auch nicht immer geradlinig von einem Meilenstein zum nächsten. Manchmal gehen wir wieder ein paar Schritte zurück oder bleiben länger in einem bestimmten Bereich.

Persönlich, wertschätzend und auf Augenhöhe

Zuerst wollte ich diesen Punkt gar nicht extra erwähnen. Denn ein Coaching ist eigentlich immer eine persönliche Begleitung auf Augenhöhe. Ich schreibe „eigentlich“, weil auch oft Kurse oder Workshops als Coaching bezeichnet werden, streng genommen aber kein Coaching sind (mein Jahrescoaching fällt z.B. in diesen Bereich – wobei mir auch hier Wertschätzung, Augenhöhe und persönlicher Kontakt sehr wichtig sind).

Für mich orientiert sich ein perfekter Coaching-Prozess immer an den individuellen Bedürfnissen und Themen des einzelnen Klienten. Und da geht es gar nicht anders als persönlich.

Coaching ist kein Tool, kein Werkzeug, das man einfach anwendet. Im Coaching passiert ganz viel schon allein durch das Zwischenmenschliche. Durch den persönlichen und wertschätzenden Austausch.

Das heißt: Ich urteile nicht über dich, deine Probleme, Themen oder Lösungsansätze. Natürlich spreche ich auch mal Dinge an, die mir auffallen. Aber nur, um sie dir bewusst zu machen, damit du sie für dich überprüfen kannst. Nicht, um dich zu bewerten oder um dich von irgendetwas zu überzeugen.

Ein perfekter Coaching-Prozess darf unperfekt sein

Das wichtigste in einem Coaching ist eine vertrauensvolle Coach-Klient-Beziehung. Alles andere kommt danach.

Nicht jede Lösungsidee wird sofort funktionieren. Und auch, wenn das ziemlich frustrieren kann, ist sie deswegen nicht gleich falsch. Stolpersteine sind ganz normal – und hilfreich. Es ist wichtig, dass du weißt, dass du mit genau diesem Frust zu mir kommen kannst – und sogar sollst.

In einem Coaching wirbeln wir Staub auf. Das fühlt sich nicht immer gut an und kann auch mal weh tun. Wir neigen dazu, schmerzhafte Emotionen wegschieben und verdrängen zu wollen. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir aber zuerst das annehmen, was gerade ist. Und dafür müssen wir hinsehen – und hinfühlen.

Du darfst deine Lösungsideen oder auch den kompletten Coaching-Prozess anzweifeln und kritisieren, aber bitte offen. Damit wir drüber reden können. Dann können wir nämlich aus psychologischer Sicht prüfen, ob das, was da gerade passiert, vielleicht sogar ein Fortschritt ist. Auch, wenn es sich nicht wie einer anfühlt. Und wir können direkt die Sache mit dem Annehmen üben, um die Emotionen zu regulieren. (Keine Sorge, ich möchte dir deine Kritik nicht ausreden. Ich lade dich nur dazu ein, einen weiteren Blickwinkel einzunehmen, der dir helfen kann, den Veränderungsprozess besser zu verstehen.)

Solche möglichen Turbulenzen im Coaching sind voraussehbar und sogar sehr wertvoll für deine Entwicklung. Deswegen werden wir schon im Erstcoaching darüber sprechen, was dich eventuell erwarten könnte und wie wir dann damit umgehen wollen.

Wenn die Beziehung stimmt und der Coach sich empathisch abgrenzen kann, gibt es keinen unperfekten Coaching-Prozess. Weil alles, was ist, für das Coaching und für das Erreichen deines Ziels genutzt werden kann.

Coaching-Dauer

Ein Coaching-Prozess dauert meist 5-10 Sitzungen.

Ein Anliegen beinhaltet oft mehrere Themen, die wir nicht alle gleichzeitig angehen können. Deswegen konzentrieren wir uns in diesen 5-10 Sitzungen auf ein konkretes Thema und ein konkretes Coaching-Ziel. Was sich allerdings im Laufe des Coachings auch noch mal ändern kann.

Wenn du danach merkst, dass du dich zu einem bestimmten Thema weiter begleiten lassen möchtest, meldest du dich einfach bei mir. Wir klären kurz, worum es dir geht und hängen noch mal 1-3 Sitzungen dran. Auf Wunsch natürlich auch mehr.

Alternativen zu diesem Coaching-Prozess

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es meist mehr bringt, einen kompletten Prozess zu durchlaufen, statt immer wieder kleckerweise Einzelstunden zu nehmen. Bei den meist unregelmäßigen Einzelstunden (ohne vorherige Coaching-Basis) fehlt einfach die logische Struktur, wenn es um größere Anliegen geht, die langfristig gelöst werden wollen.

Trotzdem muss es natürlich nicht immer ein umfangreicheres Coaching sein. Manchmal reicht schon eine Sitzung, um den Kopf wieder frei zu bekommen.

Dafür kannst du dir jederzeit direkt eine 90-minütige Einzelstunde per E-Mail, Chat oder Video buchen (inkl. 2 Wochen Nachbegleitung per E-Mail). Egal, welches Format du wählst: Du bekommst zeitnah nach deiner Buchung einen eigenen E-Mail-Raum. Dort kannst du dir sofort alles von der Seele schreiben. Hast du dich für ein E-Mail-Coaching entschieden, antworte ich dir innerhalb eines Tages. Findet das Coaching per Chat oder Video statt, sortieren wir dein Anliegen im vereinbarten Termin. Ziel des Coachings ist, dass du den für dich nächsten logischen Schritt findest, den du direkt umsetzen kannst

Eine ganz andere Möglichkeit wäre ein Coaching mit dem Yager-Code. Bei diesem Coaching erreichst du dein Ziel, indem du die Teile deines Unterbewusstseins, die dein Problem verursachen, identifizierst und direkt im Unterbewusstsein veränderst. Dazu nutzt du deine eigenen mentalen Fähigkeiten. Ich halte mich aus deinem Anliegen komplett raus und leite nur den Prozess an. Diese Methode wird gerne genutzt, wenn es innere Hürden gibt, die sich hartnäckig halten.

Fazit: Jeder Coaching-Prozess kann perfekt sein

Es gibt nicht diesen einen perfekten Weg. Jeder Coaching-Prozess kann perfekt sein. Das wichtigste dafür ist eine stabile und vertrauensvolle Coach-Klient-Beziehung auf Augenhöhe: Ich bin nicht besser als du. Und du bist nicht besser als ich. Wir beide sind aber genau richtig und die perfekte Kombination. Denn ich kenne mich mit psychologischen Zusammenhängen, Prozess-Abläufen und Stolpersteinen aus und du bist der Experte für dein Anliegen.

Der perfekte Coaching-Prozess – der für dich perfekte Lösungsweg – entsteht mit dir zusammen, während wir einen Schritt nach dem anderen machen. Pläne, die wir erstellen, dienen nur der Orientierung. Sie helfen uns, den roten Faden zu behalten, sind aber nicht fix.

Wichtig ist, dass wir uns beide auf diesen Weg einlassen können – mit allem, was er mit sich bringt. Und dass wir offen über das sprechen bzw. schreiben können, was wir wahrnehmen.

Wie sieht ein perfektes Coaching für dich aus? Gedanken, Ergänzungen oder Fragen kannst du gern unten in die Kommentare schreiben.

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Falls du über ein Coaching nachdenkst, findest du hier alle Infos zum Erstcoaching.

Foto von DAPA Images

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Anett Enderlein

Hi, ich bin Anett. Ich unterstütze vor allem introvertierte, sensible und empathische Menschen dabei, sich von Druck und Erwartungen anderer zu befreien, Konflikte wertschätzend zu lösen und Stress zu reduzieren. Hinter den Kulissen immer an meiner Seite: meine 2 Hündinnen aus dem Tierschutz – Sina und Suri.

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