Der Juni hat mir einige Steine in den Weg gelegt. Vieles blieb liegen und mein Alltag war insgesamt sehr unruhig und chaotisch. Ich kenne natürlich die Konzepte, um solche Phasen zu bewältigen – aber sie theoretisch zu kennen und mitten im eigenen Stress anzuwenden, sind zwei verschiedene Dinge.
Geholfen hat mir hier die Chan-Dao-Philosophie. Besonders der „Weg des fließenden Wassers“ hat mich daran erinnert, nicht gegen den Widerstand zu kämpfen, und stattdessen die Situation als gegeben zu akzeptieren und weich, aber beständig an ihr vorbeizufließen. Ich habe mal wieder selbst erfahren, dass das ist kein Wissen ist, das man einmal erwirbt und dann ist gut. Es ist eine Haltung, die man immer wieder neu einnehmen muss. Und genau das hab ich ganz aktiv und bewusst getan, um mich nicht einfach von all dem mitreißen zu lassen.
Tarot & Chan Dao
Vom 20.-22. Juni haben wir wieder gemeinsam in der Menschenfieber-Post zu insgesamt 3 Tarotkarten reflektiert. Eine Leserin schrieb mir währenddessen: „Es tut gut, mal wieder einzuchecken.“ Und genau so empfinde ich das auch jedes Mal.
Ich habe mich in den letzten Wochen ein bisschen mit der Chan-Dao-Lebensphilosophie befasst. Diese Philosophie entspricht sehr dem psychologischen Prinzip, an dem ich mich persönlich und auch beruflich orientiere. Da insgesamt gerade viel Unruhe in meinem Alltag ist, tat es mir gut, durch die Reflexion mit den Karten an so manches Chan-Dao-Prinzip erinnert zu werden.
Neben Achtsamkeit und Gegenwärtigkeit ist eine der zentralen Säulen des Chan-Dao „der Weg des fließenden Wassers“: Statt gegen den Strom zu schwimmen (gegen das anzukämpfen, was gerade ist), wird man selbst „das Wasser“. Die Situation ist gerade, wie sie ist. Egal wie genervt oder gestresst ich reagiere. Wasser versucht auch nicht, genervt den Stein wegzuschieben, der im Weg liegt. Es fließt weich am Stein vorbei. Aber: Steter Tropfen höhlt den Stein. Das heißt, das Wasser beeinflusst den Stein. Und für mich heißt das: Ich akzeptiere die Situation, wie sie gerade ist, statt mich emotional mitreißen zu lassen und genervt gegen die „Störung“ anzukämpfen. Und aus dieser Haltung heraus gestalte ich diesen Moment, meinen Alltag, mein Leben. In kleinen, sanften Schritten (die aber trotzdem auch mal anstrengend sein können). Stück für Stück.
Außerdem heißt es in dieser Philosophie: Jeder Moment ist neu. Gegenwärtig sein bedeutet in diesem Fall, dass ich meine Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht nutze, um ein Szenario für die Zukunft zu entwerfen. Die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft kenne ich nicht. Jedes Problem, jede Unruhe im Alltag, hat es so in genau dieser Art mit genau diesen Gegebenheiten noch nie gegeben. Wenn ich nun sage „Das war schon immer schwierig. Wird jetzt bestimmt auch wieder schwierig, weil …“ ist das eine Geschichte, die ich mir bezüglich des neuen Moments erzähle. Dabei ist dieser Moment ja neu und hat noch gar keine Geschichte. Und damit stresse ich mich schon, bevor ich überhaupt losgegangen bin. Ich hab mich selbst wieder an die vielen kleinen Schritte erinnert, die ich tun kann, um die Dinge aus genau dieser Gelassenheit heraus und mit viel mehr Ruhe anzugehen.
Solche Reflexionen helfen mir einfach jedes Mal, mich zu sortieren und bei mir zu bleiben. Falls du bei der nächsten Runde im September mitmachen oder einfach nur mitlesen möchtest, kannst du dich hier für die kostenfreie Menschenfieber-Post eintragen.

Website als Dauerbaustelle
Meine Website war weiterhin eine Großbaustelle. Ich hab ja schon mal erzählt, dass sie technisch ein großes Update bekommen soll und auf der anderen Seite im Hintergrund auch ganz schön ausgemistet werden muss. Über die Jahre ist einfach viel Datenmüll zusammengekommen, obwohl ich regelmäßig aufräume.
Nachdem mein erster Versuch dieses wirklich großen technischen Updates schiefging, hab ich festgestellt, dass es da noch einiges mehr auszumisten gibt, als ich dachte. Auch bei den vielen Blogartikeln kam ich zu dem Schluss, so manches noch mal technisch anders zu gestalten und Dinge radikal zu vereinfachen. Damit bin ich noch nicht ganz durch, aber ich bin auf einem guten Weg.
Außerdem gibt es eine neue rechtliche Anforderung, die ich auf meiner Website umsetzen musste. Das war aber relativ schnell erledigt.

Sorgen um die Hunde
Bei den Hunden kommt gesundheitlich auch momentan keine Ruhe rein. Einer wurde vor ein paar Wochen aufgrund einer Fehlstellung am Hinterlauf operiert und wir warten derzeit auf das Okay der Tierklinik, dass wir wieder mit den ersten kleinen Hunderunden starten können – bis irgendwann das zweite Bein dran kommt. Bei dem anderen sind wir immer noch auf Diagnose-Suche und kommen nicht so richtig voran. Hier heißt es also weiterhin: akzeptieren, durchatmen und dranbleiben.

Was im Juni 2026 sonst noch los war
- Es blieb extrem viel liegen. Das meiste, was ich mir vorgenommen habe, nehme ich nun mit in den Juli. Unter anderem auch einige Blogartikel, die ich eigentlich veröffentlichen wollte.
- Wir haben die Hitzewelle einigermaßen gut überstanden, hatten aber echt zu tun …
- Kurz vor den Sommerferien gibt es den üblichen Vorferien-Stress. So einen richtigen Alltag gibt es gerade kaum. Und das, wo ich so ein Struktur-Freund bin.
- Wir hatten eine wunderschöne Abschlussfeier mit der Grundschul-Klasse. Und nun steht auch für das zweite Kind der Wechsel auf die Oberschule an.
- Ich war zu Besuch bei Freunden und Freunde waren zu Besuch bei mir.
Blog-Rückblick Juni 2026

Du machst die App auf und der eigene Social-Media-Feed fühlt sich sofort an wie ein völlig überfüllter Raum, in dem alle durcheinanderreden. Jedes Bild, jede Meinung, jede Story zieht Energie ... Blogartikel lesen

„12 von 12“ ist eine Blog-Tradition, die ich auf YouTube ausgelagert habe und bei der es darum geht, den 12. Tag eines Monats mit 12 Bildern zu dokumentieren. Video ansehen

Auch auf stonelett, meinem noch relativ neuen Hobby-Blog gibt es zwei neue Blogartikel: Wer bestimmt eigentlich, wann eine Entwicklung echt ist? und Fremdeln mit mir selbst
Was war vor 12 Monaten, im Juni 2025?
Die gegenseitigen Besuche von vor genau einem Jahr waren dieselben wie in diesem Jahr. Dann hat sich damals doch tatsächlich so langsam ein Grüner Daumen entwickelt, worüber ich mich echt gefreut habe. Und ich hab mir Sorgen um meine alte Hundedame gemacht – leider berechtigt, denn nur wenige Tage später hat sie diese Welt verlassen. Hundesorgen sind ja leider auch in diesem Jahr wieder aktuell. Ich hoffe aber auf besseren Ausgang.
Ansonsten wollte ich vor einem Jahr eigentlich einen kurzen Impuls-Workshop und vielleicht auch eine Workshop-Woche zum Thema „Verlässlichkeit“ konzipieren. Zum Teil ist das auch schon passiert, ich kam nur noch nicht dazu, die Workshops auch anzubieten. Vielleicht hole ich das demnächst mal nach, wenn die große Website-Baustelle erledigt ist und ich dafür wieder Kapazitäten habe.
Hier kannst du meinen Juni-Rückblick von 2025 lesen.
Ausblick auf den Juli 2026
- Es sind Sommerferien und sofern die Gesundheit der Hunde es zulässt, werden wir uns eine Woche Auszeit an der Ostsee nehmen.
- Ich hoffe, ich kann meine Website-Großbaustelle im Juli schließen. Sodass nur noch die Routine-Sachen übrig bleiben, die immer mal anfallen.
- Ich möchte mit ein paar Blogartikeln aufholen, die jetzt leider warten mussten – oder zumindest die alte Routine wieder aufnehmen.







Liebe Anett,
ui, da war dein Juni wirklich anstrengend! Gut, dass du deine innere Haltung mit Philosophie erneuern konntest und mit Gelassenheit an deine Dinge herangegangen bist.
Technik-Kungfu und das bei der Hitze! Respekt.
Die Passage mit dem Wasser hat mich spontan inspiriert und dieses Gedicht ist aus mir herausgeflossen:
Wasser
Wasser sein
weich fließen
um Hindernisse herum
Vielfalt der Formen
: schweigender Nebel
: fröhliche Tropfen
: glucksender Bach
: erfrischender See
: endloses Meer
Ich bin
Wasser
© Juli Norden 01.07.26
Morgen werde ich es bebildert bei Instagram veröffentlichen, du bist somit die Erste, die es liest:-)
Ich wünsche der Gesundung deiner Hunde schnellen Fortschritt!
Und dir einen gelingenden Juli
Herzlichst
Gabi aka Juli
Liebe Gabi,
ich fühle mich sehr geehrt, eines deiner Gedichte auf meiner Website verewigt zu haben. Danke für dieses Lächeln, was es mir gerade ins Gesicht zaubert. Und das kann ich auch gut gebrauchen, denn der Technik-Tanz geht in die nächste Runde und steigert sich sogar noch. Ich schreibe bewusst nicht „Kampf“, aber es fühlt sich noch so an. Mal sehen ob der Perspektiv-Wechsel auch jetzt wieder funktioniert. Deine Worte sind gerade ein echter Segen für mich!
Danke auch für die Hunde-Genesungswünsche!
Ich wünsche dir von Herzen einen wundervollen Juli.
Alles Liebe
Anett