Ist es wirklich falsch, sich selbst und andere verstehen zu wollen?

von Anett Enderlein | 25. September 2026 | Gedanken & Impulse | 0 Kommentare

Notizbuch, Stift und eine Kaffeetasse auf einem Holztisch am Strand bei Sonnenuntergang. Darüber liegt der Text: „Ist es wirklich falsch, sich selbst und andere verstehen zu wollen?“

Auf Social Media wird einem oft gesagt, wie hinderlich es ist, verstehen zu wollen. Und wenn es nicht direkt gesagt wird, könnte man das in manche Beiträge leicht hineininterpretieren. Man darf nicht vergessen, dass solche Beiträge keine vollständigen Abhandlungen eines Themas sind. Es sind einfach Schnipsel aus dem großen Ganzen, das man sowieso nie pauschalisieren kann.

Da ich sehr viel davon halte, den Verstand mitzunehmen, soweit es möglich und sinnvoll ist, möchte ich hier einfach kurz ein bisschen entschärfen.

Inhalt

Der Drang zu Verstehen ist eigentlich ein Schutzreflex

Nimm deinen Verstand mit – aber erkläre es auch deinem Körper

Entscheide aus der Sicherheit im Hier und Jetzt

Der Drang zu Verstehen ist eigentlich ein Schutzreflex

Wenn du dich selbst und deine Mitmenschen bis ins kleinste Detail verstehst, versprichst du dir davon das Gefühl, die Kontrolle zu behalten. Die brauchst du, weil du dich sonst unsicher fühlst. Das kann man ganz schnell überdosieren, ohne dass man es merkt – und darum geht es meistens, wenn jemand sagt „Hör auf, so viel verstehen zu wollen.“

Verstehen ist wichtig, wenn du anfängst, dich abzugrenzen. Es ist wichtig, zu verstehen, warum die Verhaltensweisen und Urteile anderer mit dir nicht unbedingt was zu tun haben. Warum sie wenig oder sogar gar nichts über dich aussagen. Es ist wichtig, zu verstehen, warum du in bestimmten Situationen reagierst, wie du reagierst. Und es ist wichtig, zu verstehen, warum du nicht allein aufs Verstehen setzen kannst. Warum du nicht nur im Kopf bleiben solltest.

Nimm deinen Verstand mit – aber erkläre es auch deinem Körper

Nimm den Verstand ruhig mit. Dann hast du ihn auf deiner Seite. Erinnere ihn immer wieder daran, warum das Gefühl von Unsicherheit gerade vollkommen in Ordnung ist. Der Verstand braucht manchmal einfach Argumente. Aber der Körper braucht die Erfahrung.

Zeige deinem Verstand also körperlich, dass du mit Unsicherheiten umgehen kannst. Erde dich z. B. mit einer ganz einfachen und kurzen Achtsamkeitsübung. Atme tief aus und spüre deine Füße auf dem Boden. Im Hier und Jetzt lauert keine Gefahr. Auch wenn dein Verstand jetzt rebellieren möchte, sei für diesen einen Moment absolut gegenwärtig, nimm bewusst das wahr, was jetzt gerade ist: Gerüche, Geräusche, der Baum vor dem Fenster … Frag dich dann: Bin ich jetzt gerade in akuter Lebensgefahr? Sehr wahrscheinlich wird das nicht der Fall sein. Hier und jetzt bist du sicher genug. Und dein Verstand wird sich beruhigen, wenn dein Körper signalisiert: „Ich spüre den Boden, ich lebe noch. Mir passiert jetzt nichts.“

Das klingt im ersten Moment vielleicht übertrieben, aber letzten Endes geht es nur darum.

Entscheide aus der Sicherheit im Hier und Jetzt

Der Verstand kann natürlich auch hartnäckig sein. Aber alles, was dich von dem Gefühl der Sicherheit im Hier und Jetzt abbringen möchte, sind alte Geschichten aus alten Erfahrungen. Kombiniert mit möglichen Szenarien aus der Zukunft, die du aber noch gar nicht kennen kannst.

Das ist okay. Das ist der ganz normale menschliche Überlebenssinn. Du solltest dem nur nicht unreflektiert folgen. Wenn du merkst, dass du wieder in übermäßige Sorgen und Analysen abdriftest, hol dich für 10 bis 30 Sekunden zurück ins Hier und Jetzt.

Triff deine Entscheidungen über die Zukunft möglichst aus der Sicherheit der Gegenwärtigkeit heraus. Lass nicht die Angst allein entscheiden. Aus dieser Ruhe heraus siehst du deine nächsten Schritte viel klarer und wählst Wege, die sich auch später noch richtig für dich anfühlen.

Wenn du solche Themen öfter mal für dich ordnen möchtest, trag dich gern für die kostenfreie Menschenfieber-Post ein. Dort teile ich regelmäßig neue Artikel und Denkanstöße. Und ich freue mich auch immer über kurzen Mail-Austausch.

Foto Titelbild: Stefan Ionita’s Images via Canva.com

Hi, ich bin Anett.

Hi, ich bin Anett.

Ich unterstütze introvertierte, sensible und empathische Menschen dabei, sich empathisch abzugrenzen und mit weniger Menschen-Stress durch den Alltag zu gehen. Hinter den Kulissen immer an meiner Seite: meine beiden Hunde aus dem Tierschutz – Suri und Nanni.

Mehr über mich erfährst du hier.

Post für dich. Lass uns in Verbindung bleiben: Ich schreibe dir etwa 4x im Monat und freue mich, auch von dir zu lesen.
Menschenfieber-Post CleverReach

Ich schreibe dir etwa 4x im Monat – immer dann, wenn's was Neues gibt oder ein neuer Blogartikel online ist. Da ich meine Themen-Abende zeitlich und inhaltlich flexibel plane, bleibst du hier am besten über aktuelle Termine und Themen auf dem Laufenden.

Alle 3 Monate gibt es ein paar zusätzliche Mails, in denen ich dich zu kurzen Reflexionen mit Hilfe der psychologischen Tarot-Arbeit anleite.

Du kannst mir jederzeit auf meine Mails antworten, wenn du deine Gedanken mit mir teilen möchtest. Ich freue mich immer über einen kurzen Austausch.

Die Menschenfieber-Post ist für dich kostenfrei. Möchtest du irgendwann keine Mails mehr bekommen, kannst du dich jederzeit mit nur einem Klick wieder abmelden.

Ich versende die Mails über einen deutschen Newsletter-Anbieter mit hohen Datenschutz-Standards. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung.

Meine neuesten Blogartikel

Kompass im Sonnenlicht mit der Aufschrift: Andere zweifeln unsere Beziehung an. Haben sie recht? - Monatsimpuls mit psychologischem Tarot
Andere zweifeln unsere Beziehung an. Haben sie recht?

Du bist in einer Beziehung, in der es dir gut geht. Ihr habt zwar teilweise unterschiedliche Interessen und Ruhebedürfnisse, sodass jeder auch oft sein eigenes Ding macht, aber das passt für euch und du hast dir gar keine Gedanken deswegen gemacht. Bis irgendjemand...

Grafik mit Herbstblättern und der Aufschrift Kurze Schreib-Übung bei Chaos im Kopf
Kurze Schreib-Übung bei Chaos im Kopf

Viele Ideen und Interessen zu haben, ist ja eigentlich was Gutes. Aber manchmal kann es einen auch lähmen. Man ist einfach nicht bei der Sache und findet keinen Startpunkt, während sich im Kopf die Ideen und Pläne weiter stapeln. Irgendwann fühlt man sich so...

0 Kommentare

Kommentar Schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert