Abgrenzung hat einen schlechten Ruf. Viele denken dabei an jemanden, der dichtmacht oder sich zurückzieht. Dabei steckt oft mehr dahinter, als man auf den ersten Blick merkt. Wer lernt, für sich einzustehen, erkennt erst nach und nach, wie sich die eigene Haltung verändert: welche Situationen Kraft kosten, wo man ruhig bleiben kann und wie man klar bei sich bleibt, ohne sich zu überfordern. In diesem Monatsimpuls geht es darum, diese Veränderung wahrzunehmen und anzuerkennen.
Ich nutze Tarot als psychologisches Hilfsmittel, um ein monatliches Abgrenzungsthema mit passenden Reflexionsfragen auszuwählen. Wie du mit dem Monatsimpuls arbeiten und dir auch ein eigenes Bild der Karten machen kannst, habe ich dir in diesem Blogartikel beschrieben.
Inhalt
Die Karten als Grundlage für diesen Impuls
Kompromisse prüfen und eigene Grenzen spüren
Verantwortung tragen und daran wachsen
Ruhig bleiben und gelassen reagieren
Fazit: Grenzen setzen heißt auf dich achten
Die Karten als Grundlage für diesen Impuls
Hier ein Foto der Legung, falls du dir ein eigenes Bild machen oder einfach nachvollziehen möchtest, wie ich auf die aktuellen Impulse komme.
Karte 1 – mittig: 9 der Kelche
Karte 2 – links: König der Stäbe
Karte 3 – rechts: 8 der Stäbe
Kompromisse prüfen und eigene Grenzen spüren
Unsere erste Karte, die „9 der Kelche“, leitet das Thema ein, um das es heute gehen soll. Die Figur auf der Karte wirkt auf mich emotional gefestigt und zufrieden. Vielleicht deswegen, weil sie gut auf sich achtet, Bedürfnisse und Sorgen ernst nimmt. Dafür muss sie sich selbst gut kennen. Sie muss wissen, was ihr wichtig ist und was ihr Freude macht, aber auch wo Verletzungen drohen.
Für manche Menschen steht diese Karte dafür, Kompromisse einzugehen, um Probleme zu vermeiden. Für andere wirkt sie stattdessen absolut kompromisslos. Ich sehe heute beides darin und kann mich nicht entscheiden, wo es mich eher hinzieht. So wie die Figur da sitzt, mit festem Stand und verschränkten Armen, wirkt sie sehr entschlossen. Das Gesicht sagt aber „Ich bin bereit für Verhandlungen. Was hast du denn zu bieten?“
Und das führt mich heute zu folgenden Fragen:
Wo tue ich so, als wäre noch alles offen, obwohl ich mich eigentlich längt entschieden habe?
Wo bin ich aktuell nicht mehr bereit für Kompromisse – und warum?
Welche Grenze fühlt sich für mich gerade stabil an, auch wenn sie unbequem ist?
Verantwortung tragen und daran wachsen
Unsere zweite Karte, der „König der Stäbe“ erzählt uns etwas über die Vorgeschichte. Also: Was hat dazu geführt, dass sich deine Haltung heute so zeigt, wie sie sich zeigt?
Bei einem König denke ich meist zuerst an Verantwortung. Der „König der Stäbe“ handelt für sich selbst und auch sehr viel für andere. Er weiß genau, wo es langgeht und wie er dahin kommt. Als Vorgeschichte heißt das für mich: Da war (oder ist vielleicht noch) eine Phase, in der du viel entscheiden und führen musstest. Dabei muss ich nun spontan ans Muttersein denken. Aber es gibt auch viele andere Situationen, in denen wir eine führende Rolle übernehmen, Verantwortung tragen und auch viel für andere tun.
Wenn ich nun die ersten beiden Karten nebeneinander anschaue, sehe ich eine Entwicklung von „Ich weiß, was zu tun ist“ zu „Ich weiß, was mir guttut.“ Der König ist eher nach außen orientiert und die „9 der Kelche“ eher nach innen. Das heißt, du hast Verantwortung übernommen, hast für andere mitgedacht, hast andere mitgetragen … Und aus dieser Erfahrung ist deine heutige Abgrenzungsfähigkeit (oder der Wunsch danach) entstanden.
Wo habe ich Verantwortung übernommen, die mich wachsen ließ – auch wenn sie mich Kraft gekostet hat?
Wo bin ich lange vorangegangen, damit etwas oder jemand anderes funktionieren konnte?
Was habe ich durch mein Vorangehen über meine eigenen Grenzen gelernt?
Ruhig bleiben und gelassen reagieren
Unsere dritte Karte, die „8 der Stäbe“ gibt Handlungsimpulse und zeigt, worauf man sich jetzt fokussieren sollte.
Diese Karte steht für eine gewisse Dynamik: Da kommt etwas aus heiterem Himmel angeflogen. Da kommt etwas zurück. Da kommt etwas auf einen zu. Diese Karte wird meist als positiv empfunden. Der blaue, wolkenlose Himmel und die geordneten Stäbe deuten darauf hin, dass es hier nicht um Unruhe oder Überlastung geht.
Ich bin vor allem an den parallel fliegenden Stäben hängengeblieben und musste an Struktur und auch an eine gewisse Leichtigkeit denken. An ein Bewegen ohne Zwang. Als hätte man eine innere Standfestigkeit entwickelt, die einen ruhig und geordnet auf das reagieren lässt, was auf einen zukommt.
Was fühlt sich gerade überraschend leicht an, obwohl es früher anstrengend war?
In welchen Situationen fällt es mir leichter als früher, ruhig zu bleiben und gelassen zu reagieren – wenn auch nur ein kleines bisschen?
Wo darf ich darauf vertrauen, dass ich mit dem, was kommt, umgehen kann?
Fazit: Grenzen setzen heißt auf dich achten
Lass dich nicht irritieren von Aussagen wie „Abgrenzung ist nicht gut. Damit verschließt du dich nur.” Gesundes Abgrenzen meint nicht, dass du dich emotional angefressen zurückziehst, dich versteckst und nichts mehr an dich heran lässt.
Ganz im Gegenteil: Gesunde Abgrenzung wächst aus Erfahrung. Aus der Verantwortung, die du mal getragen hast. Aus Situationen, in denen du gelernt hast, was du leisten kannst und was dich erschöpft oder auf Dauer sogar krank macht. Dieses Wissen nutzt du jetzt, um auf dich aufzupassen.
Wenn du genau weißt, wer du bist und was dir guttut, musst du nicht mehr lautstark kämpfen oder Dinge erzwingen. Du vertraust darauf, dass du mit Problemen umgehen kannst, ohne dass du deine eigenen Bedürfnisse, Werte und Gefühle komplett vergisst, nur um es anderen recht zu machen oder eine Situation zu retten.
Grenzen sind kein Schutzwall gegen andere. Sie sind ein respektvolles Ja zu dir selbst.
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Foto von R_Tee via Canva.com
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