Was hat ein Wolf mit deinem Selbstbewusstsein zu tun und wie kann er dir helfen, dein Selbstwertgefühl zu stärken und Stress zu reduzieren?
Selbstbewusstsein und Selbstwert
Schauen wir aber zunächst erst mal auf die Ursache eines geringen Selbstbewusstseins: Ein geringes Selbstbewusstsein hängt oft eng mit einem niedrigen Selbstwertgefühl zusammen.
Hast du ein hohes Selbstbewusstsein, bedeutet das in erster Linie, dass du dich selbst sehr gut kennst – z.B. deine Werte und Fähigkeiten, aber genauso auch deine Grenzen. In zweiter Linie bedeutet es, dass du dich in deinem Alltag an diesen Dingen orientierst. Dass du also z.B. nach deinen eigenen Werten lebst und deine Grenzen wahrst.
Oft tun wir aber genau das nicht, weil wir glauben, dass wir das nicht dürfen. So glauben wir zum Beispiel, dass wir immer zuerst für andere da sein müssen, weil es sonst egoistisch wäre. Oder dass wir erst etwas Bestimmtes tun oder erreichen müssen, damit uns etwas zusteht. In solchen Momenten leben wir eher nicht nach unseren eigenen Vorstellungen und Werten, sondern nach denen anderer – weil wir es irgendwann mal so gelernt haben.
Wir knüpfen unseren Wert also an gewisse Bedingungen und werden unsicher, wenn wir glauben, diese nicht ausreichend erfüllen zu können.
Wir verlieren das Bewusstsein uns selbst gegenüber, weil wir zu sehr mit diesen Bedingungen und anderen Menschen beschäftigt sind.
Woher kommt ein niedriges Selbstwertgefühl?
Wir haben also irgendwann in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, nicht nach den eigenen Werten und Wünschen zu handeln. Das ist übrigens völlig normal und betrifft jeden von uns. Und für die damalige Situation mag das auch eine gute Lösung gewesen sein – die aber jetzt nicht mehr passt und dir als Problem auf die Füße fällt.
Gedanken beeinflussen unsere Gefühle
Was du nun tun kannst ist, alte Muster zu erkennen und anzunehmen. Jedes Verhalten beruht auf einem Gedanken – wie z.B. dem Gedanken „Ich muss alles richtig machen. Ich muss besser sein als andere.“
Wenn du weißt, wo deine Gedanken automatisch ständig hingehen, kannst du deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf hilfreiche Gedanken lenken – ohne sie dabei zu verdrängen – und damit dein Selbstbewusstsein trainieren.
Nimm wahr, was da ist, höre dir selbst zu, nimm es an und lenke es dann um.
Die folgende Geschichte der zwei Wölfe kannst du dabei als Unterstützung oder Erinnerung für dich nutzen.
Die Geschichte der zwei Wölfe
Es waren einmal ein alter Indianerhäuptling und sein Enkel. Sie saßen eines Abends am Lagerfeuer und der Großvater erzählte dem Enkel folgende Parabel:
„In mir toben und kämpfen immer wieder zwei Wölfe gegeneinander. Der eine heißt Neid, Missgunst, Gier, Wut, Ärger, Schuld, Selbstmitleid, Lüge, Minderwertigkeit und Überlegenheit. Der andere heißt: Freude, Frieden, Mitgefühl, Hoffnung, Wahrheit, Großzügigkeit und Vertrauen.“
Der Enkel überlegt eine Weile, dann fragte er den Großvater: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt den Kampf?“
Der alte Häuptling erwiderte: „Der, den ich füttere.“
So nutzt du die Geschichte der zwei Wölfe für dein Selbstbewusstsein
Führe dir diese Geschichte immer wieder vor Augen. Mache dir kleine Erinnerungsbilder oder -texte und lege sie gut sichtbar an Orte, die du oft im Blick hast – z.B. dein Kalender, PC-Monitor oder Badezimmerspiegel.
Wenn du merkst, dass du gerade dabei bist, den falschen Wolf zu füttern, kannst du dich fragen: Wann oder womit verlangt der neidische, missgünstige, ängstliche oder hektische Wolf nach seinem Futter? Was sagt mir all das über meine derzeitige innere Haltung, mein Selbstbewusstsein oder mein Stresslevel?
Oder wenn wichtige Ereignisse bevorstehen, die dich nervös machen und dich an dir zweifeln lassen, frage dich: Welche Gedanken und Gefühle nehme ich wahr? Was davon möchte ich in den Fokus rücken? Wie und womit könnte ich den Wolf, den ich eigentlich viel lieber nähren möchte, besser füttern?
Fazit
Sei dir deiner selbst bewusst, kenne deinen Wert, füttere den richtigen Wolf und reduziere somit Stress.
Indem du deine Gedanken kennst und sie in eine hilfreiche Richtung veränderst, ändern sich auch deine Emotionen. Eine andere Grundstimmung führt wiederum zu anderen Wahrnehmungen, Ideen, Handlungen und – ganz wichtig – Ergebnissen.
Hast du schon mal versucht, deine Gedanken umzulenken? Wie gut hat es funktioniert? Wie ging es dir damit? Schreib gern deine Erfahrung in die Kommentare.
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