Viele Ideen und Interessen zu haben, ist ja eigentlich was Gutes. Aber manchmal kann es einen auch lähmen. Man ist einfach nicht bei der Sache und findet keinen Startpunkt, während sich im Kopf die Ideen und Pläne weiter stapeln. Irgendwann fühlt man sich so abgehetzt, dass man nur noch genervt auf sein Umfeld reagiert. Ich zeige dir hier eine kurze Schreibübung, dir mir hilft, wieder ein bisschen mehr Ruhe und Ordnung in den Kopf zu bekommen. Sie funktioniert aber auch ganz ohne Stift und Papier, rein gedanklich.
Inhalt
Überinspiration und Stress-Ping-Pong im Alltag
Überinspiration und Stress-Ping-Pong im Alltag
Ich bin eigentlich so gut wie immer überinspiriert. So viele Ideen im Kopf. So viele Dinge, die ich gleichzeitig lernen, vertiefen oder umsetzen möchte. So viel, was mir Freude macht. Und dennoch ist es manchmal purer Stress. Weil eben nicht alles gleichzeitig geht. Und weil es schwerfällt, Prioritäten zu setzen. Manchmal bin ich dann auch wie gelähmt und es geht gar nichts mehr.
Dieser Stress überträgt sich natürlich auch auf meine Mitmenschen. Auf der einen Seite reagiere ich genervter auf Unterbrechungen und manchmal auch schon auf die pure Anwesenheit anderer. Auf der anderen Seite strahle ich diesen Stress auch aus und stecke mein Umfeld damit an. Das führt dann natürlich zu einem schönen Stress-Ping-Pong.
In solchen Momenten hilft mir nur: gegenwärtig sein. Ich hab das Innehalten so oft bewusst geübt, dass dieser Hinweis zum Stoppen inzwischen von selbst den Weg durch meinen Kopf-Dschungel findet. Irgendwann kommt der Gedanke einfach. Ich muss dann nur auf ihn hören und den automatischen Impuls unterbrechen.
Am besten klappt das bei mir, indem ich ganz bewusst wahrnehme, was gerade ist. Und wenn es mir schwerfällt, mich im Chaos auf einfache Wahrnehmungen zu fokussieren, nutze ich eine kleine Achtsamkeitsübung. Meist kommt mir sogar spontan eine in den Sinn und der gehe ich dann nach.
Neulich war das eine Übung, die ursprünglich aus dem kreativen Schreiben kommt. Sie soll eigentlich helfen, besser und greifbarer zu schreiben. Da kreatives Schreiben und achtsame Wahrnehmung aber eng zusammenhängen, ist sie auch für unsere Zwecke super geeignet. Du kannst sie überall und jederzeit auch ohne Stift und Papier anwenden, einfach in Gedanken.
Eine kurze Übung, die deine Gedanken wieder fokussiert
Die ursprüngliche Schreib-Übung geht so:
Nimm einen Vorgang aus deinem Alltag, z. B. Kaffee kochen oder Gassi gehen. Schreibe den Ablauf in zehn Sätzen auf. Streiche dann „ist“ und „hat“ und ersetze diese Wörter durch starke Verben, sodass ein ganz neuer Satz entsteht, der aber immer noch dieselbe Bedeutung hat.
Statt „Der Kaffee ist in der Maschine.“ heißt der Satz z. B. nun „Das heiße Wasser durchdringt das Kaffeepulver.“
Warum diese Übung den Kopf sofort beruhigt
Mir fällt diese Übung gar nicht so leicht und ich muss mich dafür wirklich gut konzentrieren. Deswegen funktioniert sie bei mir auch so gut. Denn sie zwingt mich zum genauen Hinsehen.
Ich habe in dem Moment keine Kapazität mehr, um gleichzeitig meinen chaotischen Gedanken zu folgen. Statt mich also dem Kopf-Chaos passiv auszuliefern, fokussiere ich mich aktiv auf etwas sehr Konkretes, was mit den eigentlichen Themen überhaupt nichts zu tun hat.
In dem Moment, in dem ich nach passenden Formulierungen suche, bin ich absolut gegenwärtig. Da hier kein schöner Text entstehen muss, gibt es keinen Druck. Ich kann ganz entspannt mit den Wörtern spielen. Oft reichen schon 30 Sekunden, in denen ich das, was ich gerade sehe, in zwei oder drei Sätzen auf diese Art beschreibe.
Danach ist es in meinem Kopf deutlich ruhiger. Und ich kann mich wieder leichter für die eine nächste Sache entscheiden, der ich mich jetzt widmen werde.
Foto Titelbild: Canva AI Studio via Canva.com







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