Du gibst ständig dein Bestes, hältst dich an alle Regeln und kommst trotzdem kein Stück vorwärts. Andere Menschen, die es nicht so genau nehmen, scheinen es leichter zu haben. Und jetzt stehst du vor der Frage: „Muss ich erst rücksichtslos und unethisch werden oder soll ich direkt alles hinschmeißen?“
Dieser Monatsimpuls hilft dir dabei, deine eigene Messlatte wieder auf ein gesundes Maß runterzuschrauben und Schritt für Schritt den Druck rauszunehmen.
Ich nutze Tarot als psychologisches Hilfsmittel, um ein monatliches Abgrenzungsthema mit passenden Reflexionsfragen auszuwählen. Wie du mit dem Monatsimpuls arbeiten und dir auch ein eigenes Bild der Karten machen kannst, habe ich dir in diesem Blogartikel beschrieben.
Inhalt
Die Karten als Grundlage für diesen Impuls
Erwartungen erfüllen nach Lehrbuch
Der ständige Vergleich mit anderen
Die Karten als Grundlage für diesen Impuls
Hier ein Foto unserer Legung, falls du dir ein eigenes Bild machen oder einfach nachvollziehen möchtest, wie ich auf die aktuellen Impulse komme.

Karte 2 – links: 5 der Münzen
Karte 3 – rechts: Mäßigkeit
Erwartungen erfüllen nach Lehrbuch
Unsere erste Karte, der „Ritter der Münzen“, leitet unser Abgrenzungsthema ein. Die Münzen stehen für das Element Erde und sind von der Energie her eher schwerfällig und träge. Das Pferd auf der Karte steht still. Der Reiter hält die Münze fast auf Augenhöhe. Es sieht aber so aus, als ob er nicht die Münze anschaut, sondern die Landschaft. Vielleicht nimmt er die Münze in seiner Hand gar nicht (mehr) bewusst wahr.
Ich muss gerade daran denken, wann ich mich träge und schwerfällig fühle und deswegen nicht mehr vom Fleck komme. Das ist meist dann der Fall, wenn ich das Gefühl habe, dass das, was ich mache, sinnlos ist. Dass es zu nichts führt. Vor allem, wenn es sich um Dinge handelt, die mir wichtig sind. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich damit nicht mehr vorwärts komme, kann das sehr viel Energie rauben.
Der „Ritter der Münzen“ gilt auch als fleißig und pflichtbewusst. Er arbeitet sehr gründlich, kann dadurch aber auch zu einer gewissen Starrheit neigen. Wenn wir das – zusammen mit dem Gefühl der Sinnlosigkeit – auf ein mögliches Abgrenzungsthema übertragen, kann das z. B. bedeuten, dass du dich extrem anstrengst und alles „nach Lehrbuch“ machst. Sodass nach außen hin alles perfekt aussieht und dir niemand was kann. Durch diesen Fokus auf das nach außen sichtbare Ergebnis verlierst du schleichend den Bezug zum eigentlichen Sinn deines Tuns.
Und die Münzen stehen ja auch für den Selbstwert. Wenn der Ritter an der Münze vorbeischaut, übersieht er deren Wert. Das heißt, du suchst nach Orientierung und Bestätigung in der Landschaft (bei anderen, im Ergebnis) und übergehst dich damit selbst. Du bist dir z. B. deiner Stärken nicht bewusst, achtest nicht auf deine Kapazitäten und verausgabst dich für andere und für das perfekte Bild von dir. Andere sollen deinen Wert erkennen, weil du es selbst nicht kannst.
- Wo hast du das Gefühl, du kommst kein Stück vorwärts, obwohl du dir extrem viel Mühe gibst und versuchst, alles richtig zu machen?
- Welches äußere Ergebnis oder welche Reaktion von anderen versuchst du gerade sicherzustellen?
- Welche ungeschriebene Regel oder Erwartung („Ich muss erst noch …“, „Ich darf nicht …“) hält dich in dieser Tretmühle fest?
Der ständige Vergleich mit anderen
Unsere zweite Karte, die „5 der Münzen“, spiegelt uns etwas zur Vorgeschichte. Auf der Karte siehst du zwei Figuren im Schnee, eine davon mit Krücken. Mein erster Gedanke war: „Ich hinke hinterher.“ Und das führt mich direkt zum Vergleich mit anderen.
Die Karte steht unter anderem für Ausgrenzung, Mangel und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Man muss draußen bleiben. Wenn wir auf andere Menschen schauen, sehen wir oft nur deren Erfolge und Ergebnisse. Es scheint, als wären sie angekommen, drinnen im Warmen. Während wir selbst noch draußen durch die Kälte hinken und den Eingang suchen. Eine logische Lösung, die dann in den Sinn kommt: „Ich muss mich mehr anstrengen.“
In Verbindung mit Karte 1 kann hier schnell das Gefühl von „Ich pass hier nicht rein“ oder „Ich reiche nicht aus“ entstehen. Man gibt sich so viel Mühe und versucht, alles richtig zu machen und trotzdem scheint es nicht zu genügen.
- Wann oder wo hast du das Gefühl, noch nicht genug zu leisten, um dazugehören zu dürfen?
- Welche konkrete Erwartung versuchst du durch gewissenhaftes Funktionieren zu erfüllen?
- An welcher Stelle hast du in letzter Zeit deine eigenen Signale von Erschöpfung ignoriert, um nicht negativ aufzufallen oder jemanden zu enttäuschen?
Eigene Bedürfnisse mit äußeren Regeln verweben
Unsere dritte Karte, die „Mäßigkeit“, gibt uns Handlungsimpulse. Und ich finde, ich hätte kaum eine passendere Karte ziehen können. Diese Karte steckt so voller Symbolik und gehört zur großen Arkana. Über die Karten der großen Arkana sagt man, dass sie oft Lebensbereich übergreifend betrachtet werden sollten.
Der erste Lösungsgedanke liegt hier sehr nahe und steckt schon im Namen: Man muss das richtige Maß für sich finden. Den eigenen Rhythmus. Die Figur auf der Karte hat einen Fuß im Wasser und einen an Land. Wasser steht im Tarot unter anderem für Emotionen und das Unbewusste. Der Fuß im Wasser könnte also eine Aufforderung sein, sich mit seinen unbewussten Selbstbewertungsregeln und Belastungsgrenzen zu befassen. Während man mit dem anderen Fuß stabil auf dem Boden bleibt – was für mich gerade so viel bedeutet, wie: Nicht jede Regel, nicht jede Anstrengung ist sinnlos.
Ich muss auch gerade daran denken, wie ungerecht es sich anfühlen kann, wenn man sich selbst an alle Regeln hält, während andere das nicht tun und dadurch schneller vorankommen. Du selbst bleibst brav im Rahmen und wirst dadurch mit Erschöpfung belohnt. Hier schließt sich schön der Kreis zu Karte 1: dieses schwerfällige Gefühl von Sinnlosigkeit.
Leider neigen wir besonders im Stress oder unter Erschöpfung zum Schwarz-Weiß-Denken: „Entweder ich halte mich zu 100% an alle Regeln und gehe daran kaputt oder ich werde rücksichtslos und unethisch. Oder ich schmeiße alles hin.” Wenn du aber auf die Karte schaust, siehst du, wie die Figur den Inhalt der beiden Kelche permanent mischt. Ich hatte es eben schon mal angedeutet: Nicht jede Regel und nicht jede Anstrengung ist sinnlos. Wir müssen aber die äußeren Regeln, die wahrscheinlich ihre Berechtigung haben, mit unseren Bedürfnissen verweben. Und wir müssen die starren Selbstbewertungs- und Lebensregeln, die in unserem Kopf festsitzen, lockern. Was wohl der wichtigste und wirksamste Hebel ist, um wieder Energie zu haben, für das, was wir tun. Und um wieder Freude dabei zu empfinden.
- Welche der Regeln, an die du dich gerade akribisch hältst, sind eine echte Notwendigkeit? Und welche existieren nur in deinem Kopf als eigener Perfektionsanspruch?
- Welches Signal deines Körpers zeigt dir, dass das Verhältnis zwischen äußeren Pflichten und eigenen Bedürfnissen aus dem Gleichgewicht geraten ist? (z. B. Schwere, Druck, Gedankenkreisen …)
- Wo erlaubt dir deine aktuelle Situation einen Graubereich zwischen „100% perfekt“ und „alles hinschmeißen“?
Fazit: Druck rausnehmen und den eigenen Rhythmus finden
Wenn du dich bei deinen Vorhaben ständig extrem anstrengst, alles starr nach Lehrbuch machst, um es allen recht zu machen und keine Angriffsfläche zu bieten, erschöpft es dich irgendwann. Sofern du überhaupt vom Fleck kommst, sieht nach außen hin alles gut aus. Weil du dich aber nur noch auf die Ergebnisse und die Erwartungen anderer fokussierst, verlierst du den Bezug zum eigentlichen Sinn deines Tuns. Du suchst im Außen nach Bestätigung und übergehst dich dadurch selbst. Das kostet dich viel Energie.
Diese permanente Anstrengung und das Festbeißen an Regeln kann von dem Gefühl kommen, nicht zu genügen und nicht dazuzugehören. Du schaust auf andere, sieht deren Erfolge und denkst, bei denen läuft alles mühelos, während du immer nur hinterherhinkst. Mit diesen Vergleichen baust du dir einen Teufelskreis auf und der Druck steigt immer weiter an.
Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, musst du das für dich richtige Maß zwischen äußerer Struktur und deinem eigenen Erleben finden. Zweifle deine eigenen Perfektionsansprüche an und finde dein eigenes Gleichgewicht zwischen „100% richtig machen“ und „alles hinschmeißen“. Wenn du auf diese Weise die äußeren Regeln mit deinen Werten und Bedürfnissen verwebst, kann sich die Erstarrung lösen, du hast wieder mehr Energie und die Freude an dem, was du tust, kommt zurück.
Wenn du per E-Mail über den nächsten Monatsimpuls informiert werden möchtest, trag dich hier für die kostenfreie Menschenfieber-Post ein. Dort machen wir auch regelmäßig gemeinsam kleine Legungen, als eine Art Mini-Check-up.
Möchtest du deine individuelle Situation mit Hilfe der Tarotkarten durchleuchten, um sie besser zu verstehen, nächste Lösungsschritte zu finden und gleichzeitig deine Stresskompetenz und Entscheidungsfähigkeit zu stärken? Dann schau mal hier: Psychologisches Coaching mit Tarot
Foto Titelbild: R_Tee via Canva.com







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