Ich wurde letztens gefragt: „Warum bist du eigentlich Coach geworden?“

Es gibt nicht nur diesen einen Grund, diesen einen Auslöser. Aber wenn ich mich kurzfassen muss, würde ich sagen: Ich möchte anderen Menschen die Ruhe zurückgeben, die sie auf Grund von Selbstzweifeln und rasenden Gedanken nicht mehr finden können.

Ich möchte etwas bieten, was ich mir selbst damals gewünscht hätte

Ich kenne das Gefühl, wenn das Grübeln und der Stress kein Ende nimmt und man die ganze Zeit irgendwie auf der Suche ist. Ich habe auf dieser Suche ein paar wenige, aber ganz besondere Menschen kennengelernt, bei denen ich zur Ruhe kommen durfte. Sie waren einfach nur da.

Und ja, heute weiß ich, sie waren auch ein Spiegel meiner eigenen Themen. Ich musste erst in ihnen etwas erkennen, bevor ich es auch an mir sehen und bearbeiten konnte. Es klingt vielleicht merkwürdig für diejenigen, die dieses Gefühl der Suche nicht kennen. Aber die Sache mit dem Spiegel beschreibt es am besten.

Natürlich bin ich als Psychologischer Coach mehr, als einfach nur da. Ich helfe dabei, die immer wiederkehrenden Probleme des Alltags, die langsam aber sicher das Leben echt schwer machen, zu ordnen und „aufzulösen“. Das Auflösen gleicht dabei mehr einem Umprogrammieren und ist nichts, was von heut auf morgen geschieht. Aber ich bringe zusammen mit dem Klienten den Prozess ins Rollen und unterstütze auch immer mal wieder kurzzeitig auf dem Weg, wenn das gewünscht wird.

Ich möchte einfach, dass so viele Menschen wie möglich die Erfahrung machen, dass es auch anders gehen kann. Auch für sie. Und auch, wenn sie es zunächst nicht glauben können.

Ich richte mich dennoch speziell an introvertierte und sensiblere Personen, weil ich deren Lage ganz gut nachfühlen kann und weil ich etwas bieten möchte, was ich mir vor vielen Jahren selbst gewünscht hätte, was es aber nicht gab: Schriftliches Coaching.

Zeit ist sooo kostbar

Ich ertrage es nur sehr schwer, zu sehen, wie viele tolle Menschen ihre wertvolle Lebenszeit verschwenden, „nur“ auf Grund von „falschen“ Gedanken bzw. „falschen“ Informationen, die so tief im Unterbewusstsein gespeichert sind, dass sie gar nicht merken, wie sie davon gelenkt werden.

Und dann entstehen Überzeugungen wie: „Das kann ich doch nicht machen. Dafür bin ich gar nicht gut genug.“ Oder auch „Es interessiert doch sowieso keinen, was ich sage oder tu.“

Ach, da gibt es so viele solcher Überzeugungen, die verhindern, dass wir uns durchsetzen, uns abgrenzen oder einfach nur unserer Freude folgen bzw. dafür sorgen, dass es uns gut geht.

Der innere Kritiker lässt grüßen

Ich habe diese Selbstzweifel auch. Immer mal wieder, wenn ich etwas Neues anfange oder wenn mal etwas nicht sofort so funktioniert, wie es eigentlich sollte.

Dann kommt der kleine innere Kritiker und zeig mir einen Vogel: „Lass es doch einfach. Du kannst es eben nicht. Da gibt es andere, die können das besser.“

Das letzte Mal wurde dieser Kritiker so laut, als ich mich dazu entschlossen habe, Menschenfieber zu gründen.

Obwohl ich durch das Studium, das ich zuvor gemacht hatte, schon ganz viele solcher Zweifel überwinden konnte, war die Selbstständigkeit noch mal eine ganz andere Hausnummer. Denn hier ging es darum, dass ICH etwas auf die Beine stelle. Inklusive aller Risiken, die damit verbunden sind. Und ich bin ganz und gar kein risikofreudiger Mensch.

Das innere Hin und Her hat mich schlaflos gemacht

Es ging wieder los. Meine Gedanken brachten mich um meinen Schlaf. Ich war müde, gereizt, gestresst und von Kleinigkeiten genervt. Alles nur, weil ich etwas wollte, wovor ich gleichzeitig Angst hatte.

Ich hatte nicht nur Angst, nicht gut genug zu sein. Ich hatte auch Angst, mit meinem Ziel nicht ernst genommen zu werden. Oder gar ausgelacht zu werden. Was werden wohl die anderen denken? Wie werden sie über mich reden? Eigentlich will ich ja gar nicht, dass mich irgendjemand sieht. Dass irgendjemand auf mich aufmerksam wird. So unsichtbar ist es doch auch schön…

Aber, wie du siehst, ich bin hier.

Was da in meinem System gespeichert ist, hat vermutlich viel mit meiner Grundschulzeit zu tun

Es gibt zwar immer verschiedene Dinge, die auf einen einwirken und letzten Endes dazu führen, dass es so kommt, wie es kommt. Aber ich denke, die Grundschulzeit war da ganz entscheidend.

Als introvertierter Mensch bist du sowieso schon zurückhaltender und vorsichtiger. Und auch eher mal am Zweifeln. Bis zu einem gewissen Punkt ist das einfach Teil deiner Persönlichkeit.

Ich hatte allerdings eine Klassenlehrerin, der scheinbar meine Nase nicht gepasst hat. In den Fächern, die sie gab, war ich wohl nicht besonders gut, obwohl ich mich bemühte. Ich erinnere mich nicht mehr genau. Woran ich mich aber sehr gut erinnere ist, dass sie mich immer gefragt hat, von wem ich abgeschrieben habe, wenn ich mal eine einigermaßen gute Note hatte.

Weißt du, da sitzt du als Kind in diesem Klassenzimmer, bekommst deine Arbeit zurück und freust dich über die bessere Note, bist auch ein bisschen stolz, dass du es endlich mal geschafft hast und dann wird dir sowas vorgeworfen. Immer wieder. Sie glaubte einfach nicht, dass ich das allein konnte.

Ihre Worte waren meine Wahrheit

Was sich bei mir eingebrannt hat, ist die innere Überzeugung „Du kannst nichts. Was von dir kommt, kann nicht gut sein.“

Ja, das habe ich geglaubt. Auch wenn ich irgendwann vergessen habe, wo das herkam. Vielleicht habe ich auch die Verbindung nie bewusst hergestellt. Aber das war so ein Aha-Moment, den ich vor einiger Zeit durch ein Coaching (mit mir als Klient) aufdecken konnte.

Es kam damals noch erschwerend hinzu, dass ich eine Nierenerkrankung hatte. Ich musste lange Zeit Medikamente nehmen, von denen mir dauer-übel war. Ich hab mich fast täglich in der Schule übergeben müssen. Du kannst dir vielleicht vorstellen, dass ich mir – noch mehr als sowieso schon – wünschte, einfach nur unsichtbar zu sein und mich zurückziehen zu können. Ich hatte die Lacher und Hänseleien auf meiner Seite… Verständnis? Nö! Von meiner Lehrerin wurde ich dafür sogar noch bestraft.

Irgendwann waren die Nieren wieder in Ordnung. Später kam der reguläre Schulwechsel. Dieselben Fächer, ein anderer Lehrer und super Noten. Neue Mitschüler… 

Guten Noten und Bewertungen glaubte ich nicht mehr

Ich war dann grundsätzlich immer ziemlich gut in allem. Ich hab schnell dazugelernt und konnte das Gelernte auch meist gut umsetzen. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, es reicht nicht. Es ist nicht gut genug. Auch hatte ich mit meinen Mitschülern eigentlich keine Probleme. Ich habe der Ruhe aber nicht getraut.

Und ich hab all das nie hinterfragt, weil ich einfach nicht wusste, dass man das kann. Dass das, was ich inzwischen über mich und andere glaubte, nicht der Wahrheit entsprechen muss. Woher hätte ich das auch wissen sollen?

Ich möchte auch der Lehrerin an dieser Stelle keine Vorwürfe machen. Erstens ändert es nichts und zweitens weiß ich heute, dass sie vermutlich einfach nicht anders reagieren konnte. Denn in ihrem System liefen genauso unterbewusste „schädliche“ Programme, wie bei jedem anderen Menschen, wie auch bei mir.

Mit dem Studium ging es bergauf

Im Studium gab es ganz viele Klick-Momente. Da habe ich bezüglich meiner Selbstzweifel einen ziemlich großen Sprung gemacht. Ich habe aufgehört, viel über meine nächsten Schritte nachzudenken und hab „einfach gemacht“.

Den wirklich großen Sprung hab ich aber erst geschafft, als ich mich für das Coaching entschieden hatte. Zum einen habe ich in der Ausbildung viel gelernt, auch über mich. Und natürlich durchläuft man auch gewisse Stadien der Selbsterfahrung. Zum anderen war es der Schritt in die Selbstständigkeit, der mich dazu „gezwungen“ hat, das ein oder andere aufzuarbeiten. Es kam einfach ganz viel auf einmal zusammen. Dadurch, dass ich aber ein ganz starkes „Warum“ hatte, war ich auch bereit, all diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Kenne deine grobe Richtung und geh los

Es ist schön, sich zwischendurch auch mal treiben zu lassen, mal ziellos zu sein. Aber dieser „Fixstern“ steht am Himmel. Und alle meine Gedanken und Entscheidungen orientieren sich an ihm.

Im Coaching erarbeite ich genau das auch mit meinen Klienten. Wenn du von einem Problem weg willst, musst du wissen, was du stattdessen möchtest. Das muss nicht immer sofort ein großer Fixstern sein. Es kann auch etwas sehr Greifbares für den Anfang sein.

Wir nehmen dann einfach das, was da ist. Was sich zeigt bei den Ausarbeitungen. Alles andere darf sich mit der Zeit ergeben.

Wichtig ist, dass du die grobe Richtung kennst und losgehst. Denn das gibt dir ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität. Und somit auch Ruhe.

Bist du schon zur Ruhe gekommen oder halten dich deine Zweifel noch auf Trab? Kommentiere gern oder schreib mir eine Nachricht.

Anett | Menschenfieber

Hi, ich bin Anett. Ich helfe feinfühligen Menschen, sich besser abzugrenzen und Stress zu reduzieren. Hinter den Kulissen immer mit dabei: meine 2 Hündinnen aus dem Tierschutz – Sina und Suri.

Post für dich_empathisches Abgrenzen und innere Ruhe

Das Glück des Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.
Marc Aurel

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